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24. Juli 2008, Bayankhongor - Mongol Els, Tageszusammenfassung


Spanisches Team holt Tagessieg - Germany 1 fällt zurück - Team France baut Vorsprung in der Gesamtwertung aus

13. Etappe von 14
Liaison 1: 14 km
Wertungsprüfung: 172 km
Liaison 2: 105 km.

Die Transsyberia Rallye 2008 powered by Sony Ericsson neigt sich dem Ende entgegen. Auf dem Weg ins Ziel Ulaanbaatar fand heute die 13. Etappe statt. Von Bayankhongor führte sie über 339 km in die Dünenlandschaft des Mongol Els in der Mittelgobi.

Nach jeder Menge Staub stand eine Sonderprüfung mit Wasser an. Viele Fahrer, die im vergangenen Jahr an der Rallye teilgenommen hatten, freuten sich vor dem Start auf die heutige Sonderprüfung. Andere hegten unangenehme Erinnerungen an 2007, als sie mit ihren Autos baden gingen. „Ich habe Respekt vor den reißenden Gewässern in der Mongolei. Bei uns in Spanien gibt es das nicht. Ich war richtig glücklich, dass das Wasser heute nur etwa einen Meter tief war“, sagte Laia Paneido, Navigatorin des Teams Spains im Ziel.

Bereits gestern Abend kürzten die Veranstalter die Wertungsprüfung um einige Kilometer, da es im hinteren Abschnitt für Schlepp- und Rettungsfahrzeuge aufgrund des hohen Wasserstandes kein Durchkommen gegeben hätte. Den Teams blieben somit noch 172 km. Die Strecke führte entlang des Shargaljuut Flusses und Bergmassivs durch imposante Natur bis in die Nähe der ehemaligen mongolischen Hauptstadt Karakorum.

Nach 3:16:30 Stunden kamen Pau Soler und Laia Paneido (Team Spain) in ihrem Porsche Cayenne S Transsyberia als Erste ins Ziel und rückten damit im Gesamtklassement vom dritten auf den zweiten Platz vor. Christian Lavieille und Francois Borsotto (Team France) verteidigten die Führung in der Gesamtwertung. Mit einem Rückstand von 5:09 Minuten landeten sie auf Platz 3 der heutigen Wertungsprüfung. „Wir stehen gut da, hatten keinerlei Probleme mit dem Auto. Es wäre schön, wenn wir morgen den Rallye-Sieg nach Ulaanbaatar fahren könnten“, gab sich Team France zurückhaltend.

Elektronische Probleme warfen den fünffachen Tagessieger Armin Schwarz im Gesamtklassement vom zweiten auf den dritten Platz zurück. Aus bislang ungeklärter Ursache reagierte der Wagen nicht wie gewohnt. Mit Hilfe eines anderes Teams schaffte es Team Germany 1 auf den 11. Platz in der Tageswertung.

Die heutige Etappe gehörte vor allem den Außenseiter-Teams. Der Österreicher Christof Danner sicherte sich mit einem Rückstand von 4:31 Minuten den zweiten Rang in der Tageswertung. „Eine Zeit lang war die Transsyberia wie verhext für uns. Viele kleine, unvorhersehbare Defekte, die wir alle am Abend nach den Etappen selbst reparieren mussten. Jetzt läuft es!“, erklärte der Pilot des Danner Racing Teams und fügte hinzu: „Ich war eins mit dem Auto, wir haben uns so richtig gut vertragen.“ Unablässig zog Danner an den vor ihm gestarteten Teams vorbei, überholte Team France im schlammigen Terrain und verfolgte im Vorüberfahren das Abschlepp-Manöver zwischen Team Germany 1 und Team USA.

Zufrieden zeigte sich am Abend auch Suzuki-Pilot Andreas Kramer. „Wir hätten heute die Bestzeit gepackt“, war sich der Pilot sicher. Von Position 16 gestartet schob sich das Suzuki-Team immer weiter vor. „Schließlich hatten wir vier oder fünf Porsche im Schlepptau, die unserer Spur folgten.“ Wenige Kilometer vor dem Ziel unterlief Co-Pilot Ettenberger jedoch ein Navigationsfehler und die Besatzung fuhr sich im Sumpf fest, aus dem sie sich aber selbst befreien konnte. „Das hat uns sicher sieben Minuten gekostet“, sagte Kramer. Am Ende reichte es für Platz 5 (+ 0:09:35).

Ihr bislang bestes Tagesresultat fuhren Panos Meyer und Birger Veit in ihrem Land Rover Defender 90 Veit ein. Vorsichtshalber hatte das JoeVito Team am Morgen einen Schwimmreifen am Auto montiert, der aber nicht zum Einsatz kam. „Die Wässerchen haben wir so geschafft“, gaben sich die Piloten zufrieden.

Das Team Germany 2 war heute vor allem damit beschäftigt, andere Teams zu bergen. Erst zogen Carles Celma und Wolf-Hendrik Unger den festgefahrenen Wagen von Armin Schwarz aus dem Schlamm, dann halfen sie dem kolumbianischen Team Arrow beim Reifenwechsel und schließlich schleppten sie den Porsche Cayenne S Transsyberia von Ryan Millen in die nächste Ortschaft. Dort ging nichts mehr, das Fahrzeug des Teams USA wurde mit einem Getriebeschaden auf einen Schlepper Richtung Camp geladen.

Nicht mehr ins heutige Rennen starten konnten die Drittplatzierten von gestern, Adel Abdulla und Norbert Lutteri vom Team Qatar. Die Schäden, sie auf der gestrigen Etappe an ihrem Fahrzeug verursacht hatten, waren über Nacht nicht zu reparieren.

Zu den Ergebnislisten






Transsyberia 2008 powered by Sony Ericsson Tag 14 (engl.)




Der RebelRolfReport - Der Blick unter die Motorhaube der Rallye


RebelRolf heißt unser Mann in Russland und der Mongolei. Der einzige Fotograf, der schneller knipst als sein Schatten. Wenn Rolf ausnahmsweise den Zeigerfinger nicht am Auslöser hat, schreibt er brandaktuell und ohne Erbarmen für seinen Blog, den rassigen RebelRolfReport.

Den gesamten Blog gibt es für Ihr Handy. Einfach hier klicken, SMS empfangen und lossurfen. Und dann mit RebelRolf durch die Monoglei reiten.

RebelRolfs Eintrag vom 24. Juli 2008:

Noch mehr Hubschrauber


"Das letzte Camp liegt am Rande der Wüste Gobi, für diesen Abend habe ich mir etwas ganz Besonderes vorgenommen. Ich mache selber Wein!!! Im Weltenbummler-Fachhandel gibt es kleine Tütchen mit Weinpulver. Erfahrene Überlebenskünstler haben mir dieses Elixier auf meine weite Reise mitgegeben. Sie meinten es gut, schließlich soll der Trunk dann 8,2 Vol. % Alkohol haben. So sitze ich hier in der Wüste Gobi mit meinem Cosmos-Chemie-Baukasten bestehend aus einem Tütchen Weltenbummler-Wein, Plastik-Weinglas, Löffel und einer Flasche mongolischem Bergquellwasser und frage mich, ob es das auch für Schwarzbrot mit Sarzbüttler Tilsiter gibt.

Das Zusammenmischen erinnert mich an den 2-Komponentenkleber, mit dem die Mongolen den Rotor unseres russischen MI8 Hubschraubers geklebt haben. Es riecht auch ähnlich. Auf der Packung steht etwas von Rote Beete-Extrakt, ich übe mich in Gelassenheit.

Fazit: Liebe wohlmeinende Überlebenskünstler! Danke, ich weiß Eure Geste zu schätzen. Ich habe auch mal genippt. Aber, diese Jauche schmeckt einfach zum Kotzen.Der armselige Trockenpulvertütchenwein stirbt jetzt jämmerlich den Verdunstungstod."