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23. Juli 2008, Altai - Bayankhongor, Tageszusammenfassung


Team Germany 1 gewinnt längste Wertungsprüfung der Transsyberia

12. Etappe von 14
Liaison 1: 10 km
Wertungsprüfung: 407 km
Liaison 2: 102 km

Bei Sonnenschein und azurblauem Himmel stand heute die mit 407 Kilometern längste Wertungsprüfung der Transsyberia Rallye 2008 powered by Sony Ericsson auf dem Programm. Die gesamte Etappe führte über 529 Kilometer von der Ortschaft Altai in den Bezirk Bayankhongor.

Mechaniker und Serviceleute hatten die ganze Nacht gearbeitet, um die Autos für die lange Etappe zu präparieren. 24 von ehemals in Moskau angetretenen 34 Teams konnten die heutige Herausforderung noch annehmen. „Es bewahrheitet sich, dass die Transsyberia die härteste Rallye der Welt ist“, sagte Veranstalter Richard Schalber vor dem Start.

Team Germany 1 setzte seine Siegesserie fort. Wie schon gestern tauchte das Duo Armin Schwarz/Andreas Schulz als Erstes im Ziel auf. Bestens gelaunt gab sich der Tagessieger im Camp: “Auf diesem Terrain kann man leicht etwas übersehen. In der Steppe ist man schnell, dann kommt abrupt ein Graben, den das Wasser gerissen hat. Daher haben wir nicht voll aufgedreht, denn sonst übersieht man zu leicht solche Fallen. Andi hat heute einen perfekten Job gemacht. Wir haben alles, was schwierig war, weiträumig umfahren und haben so unseren Speed ausspielen können“, sagte Schwarz am Abend. In der Gesamtwertung näherte sich Team Germany 1 weiter den führenden Christian Lavieille und Francois Borsotto (Team France) an, die heute als Sechste über die Ziellinie fuhren (+ 0:34:53). „Die Franzosen noch einzuholen, ist eigentlich unmöglich. Die sind ein eingespieltes Team mit Off-Road- und Dakar-Erfahrung. Sie machen keine Fehler beim Navigieren und machen ihr Auto nicht kaputt. Da müsste ihnen echt ein grober Fehler passieren, dass wir sie noch einholen bis Ulaanbaatar“, sagte Schwarz. Der Rückstand für Team Germany 1 auf Team France beträgt 1:24:54 Stunden.

Die weiteren Platzierungen: Pilot Pau Soler (Team Spain) steuerte seinen Wagen rund 20 Minunten hinter Schwarz/Schulz auf Rang 2. Dank der Navigationsleistung von Co-Pilotin Laia Peinado schoben sich die Spanier in der Gesamtwertung auf Platz 3 vor.

Team Qatar fuhr etwa neun Kilometer vor dem Ziel mit hoher Geschwindigkeit in eine versteckte Querrinne. Dabei brach die Hinterachse des Porsche Cayenne S Transsyberia. Auf drei Rädern rollten Adel Abdulla und Norbert Lutteri über die Ziellinie (+ 0:32:01). Die Mechaniker werden eine weitere lange Nacht haben, um das Auto der Vorjahresdritten für die morgige Sonderprüfung fit zu bekommen.

Nach dem Rückschlag am gestrigen Tag war das Team Portuguese heute wieder auf Erfolgskurs. Pedro Gameiro und Pedro Figueiredo fuhren in der Sonderprüfung auf den 4. Platz (+ 0:32:36).

Zufrieden mit dem Verlauf des Tages war das Danner Racing Team. Der Österreicher Christof Danner kam mit seinem Mercedes G 320 in 1:06:14 Stunden (9. Platz) ins Ziel-Camp nahe Bayankhongor. „Nach den Defekten war das an der Zeit! Die Reparaturen haben sich gelohnt. Die Strecke war variabel, wir waren immer in Fahrt und haben uns nicht verfahren.“ Navigator Jan Szekeres war ebenfalls zufrieden. “Ich musste Christoph lediglich einbremsen, als der Hubschrauber mit TV und Fotografen über uns flog. Da legte er automatisch einen Zahn zu, um sich gut zu präsentieren. Aber ich muss ja gleichzeitig auch noch die Zeichnungen im Roadbook verfolgen und umsetzen“, sagte Szekeres.

Weniger zufriedenstellend verlief der Tag für Lars Kern und Daniel van Kan (Team Germany 3). Die Zweiten des gestrigen Tages konnten aufgrund eines vermutlichen Motorschadens die Etappe nicht fortsetzen und wurden ins Camp geschleppt.

Navigation und technisches Können spielten auf dem vierten Teilabschnitt in der Mongolei ebenso eine Rolle wie Ausdauer und Teamgeist im Cockpit. Viele Rinnen, Schlaglöcher und versteckte Gräben erschwerten das Durchqueren des Geländes. Hitze und Staub kamen erschwerend hinzu. Der letzte Abschnitt führte zudem bergauf durch ein versandetes Flussbett, kaum breiter als die Wagen der Rallye-Teilnehmer. In anderen Passagen verführte die weite mongolische Ebene zu hoher Geschwindigkeit. Einige Teams sahen dies als Möglichkeit, zu überholen und Plätze gut zu machen. „Angriff war die einzige Chance, bei der Rallye wieder in der oberen Liga mitzuspielen,“ sagte Ryan Millen (Team USA), der gestern einige Stunden auf die Gesamtführenden verloren hatte.

Morgen steht über 339 km die vorletzte Etappe der Transsyberia Rallye 2008 powered by Sony Ericsson mit dem Ziel Mongol Els an, ehe am Freitag das Ziel der Rallye Ulaanbaatar anvisiert wird.

Zu den Ergebnislisten






Transsyberia 2008 powered by Sony Ericsson Tag 13 (engl.)




Der RebelRolfReport - Der Blick unter die Motorhaube der Rallye


RebelRolf heißt unser Mann in Russland und der Mongolei. Der einzige Fotograf, der schneller knipst als sein Schatten. Wenn Rolf ausnahmsweise den Zeigerfinger nicht am Auslöser hat, schreibt er brandaktuell und ohne Erbarmen für seinen Blog, den rassigen RebelRolfReport.

Den gesamten Blog gibt es für Ihr Handy. Einfach hier klicken, SMS empfangen und lossurfen. Und dann mit RebelRolf durch die Monoglei reiten.

RebelRolfs Eintrag vom 22. Juli 2008:

Runter kommen sie alle


"Der Tag beginnt sonnig, ich hoffe, dass in Kürze auch meine Stiefel getrocknet sind. Im Lunchpaket sind Stullen und eine Packung Kinderschokolade, yeah! Ab geht´s per Heli in die Wüste, kurz vorm Start machen wir noch ein paar shots und schon sind wir wieder in der Luft. In 40 Meter Höhe fängt die MI8 plöztlich an zu schlingern. Scheiße, wie haben einen Platten, schießt es mir durch den Kopf. Es wird höllisch laut und und starke Vibrationen lassen uns erzittern. Wir sinken in einer scharfen Kurven zurück auf den kargen Wüstenboden. Die Piloten landen uns sicher. Sogleich springt die Servicecrew nach draußen und inspiziert den sich noch drehenden Rotor. An der Spitze eines Rotors wurde ein Blech von einem Stein getroffen, der wohl beim Start vom extremen Sog nach oben gesaugt wurde."