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18. Juli 2008, Kosh Agash - Ölgy, Tageszusammenfassung


Halbzeit auf der Transsyberia Rallye 2008: Fahrerfeld ist in die Mongolei eingereist

Nach einer frischen Nacht im Altai-Gebirge hat der Tross der Transsyberia Rallye 2008 powered by Sony Ericsson nach sieben Tagen und mehr als 5.000 km auf und abseits der Straßen Russland verlassen. Den Grenzübergang Taschanta überquerten die Piloten unweit des russischen Ortes Kosh Agash. Dies heißt in der Übersetzung „Auf Wiedersehen, Baum“ und weist Reisende daraufhin, dass sie in der mongolischen Steppe fortan keine Bäume mehr sehen werden.

Die Abwicklung der Grenzüberschreitung auf russischer wie auf mongolischer Seite gestaltete sich mit den Erfahrungswerten des Vorjahres reibungslos. Fast 70 Fahrzeuge mussten abgefertigt werden, ein Vorgang, der den gesamten Tag in Anspruch nahm. Bei hochsommerlichen Temperaturen warteten die Fahrer im hinteren Teil des Autokorsos stundenlang auf ihre Abfertigung.

Der erste Hinweis im Roadbook auf mongolischem Terrain lautete: „Ende des Asphalts“. Und diesen werden sie auch bis kurz vor Ulaanbaatar nirgends in der Mongolei wiederfinden. Etwa 80 km ging es nach der Einreise auf 2.000 Meter Höhe durch karges Steppenland und über schroffe, steinige Pisten bis ins heutige Etappenziel, ein Camp oberhalb der Stadt Ölgy.

Ab Sonntag werden die Teams auf den verbleibenden sechs Etappen die Geländetauglichkeit ihrer Fahrzeuge, eigenes fahrerisches Können, Ausdauer auf den langen Offroad-Pisten und ihre Kenntnisse in der Navigation unter Beweis stellen müssen.

Für morgen ist ein Ruhetag angesetzt. „Bei einer zweiwöchigen Rallye benötigt man unbedingt einen Tag Pause. Vor allem für die kleineren Teams und Autos und die jüngeren Fahrer ist der Tag ein Muss. Und auch uns Routiniers tut er ganz gut“, sagte Said Rashid Al Hajri, Pilot des derzeit im Gesamtklassement führenden Teams Middle East. Gemeinsam mit seinem Navigator Tim Trenker rechnet sich der 51-jährige Pilot aus Qatar gute Chancen auf das erfolgreiche Erreichen des Ziels aus. „In Russland wollten wir sehr gut fahren. Das ist uns gelungen. Nun tritt Plan 2 in Kraft, nämlich Ulaanbaatar auf einem der vorderen Plätze zu erreichen. Die Top 5 werden alle Vollgas fahren, da bin ich mir sicher. Dennoch: die Rallye ist noch lang, sehr lang“, urteilte Al Hajri, der aus jahrelanger Rallye-Erfahrung weiß, dass im zweiten Teil einer Rallye noch viel passieren kann.

In der Gesamtführung liegt bei Halbzeit das Team Middle East vorn, gefolgt vom Team France, Team Portuguese, Team Germany 3 und
Team Germany 1.






Said Rashid Al Hajri im Interview



Das Team Middle East führt zur Halbzeit bei der Transsyberia Rallye 2008 powered by Sony Ericsson. Wir haben den Piloten Said Rashid Al Hajri zum Gespräch in der Jurte vor den Toren der westmongolischen Stadt Ölgy gebeten.

Zur Halbzeit der Transsyberia 2008 bist Du mit Deinem Navigator Tim Trenker an 1. Stelle des Gesamtklassements. Habt Ihr darauf hingearbeitet?

Al Hajri: Auf alle Fälle! Wir wussten, dass wir von Anfang an konzentriert und gut fahren müssen, um eine Chance auf eine Top-Platzierung zu haben. Das war unser Plan, der ist aufgegangen.

Wie hat Euch die Route durch Russland gefallen?

Al Hajri: Die war sehr gut gewählt. So viele schöne Landschaftseindrücke. Felder, Wasser, Wälder, dazu passend die fünf Wertungsprüfungen mit unterschiedlichen Anforderungen, in denen wir super abgeschnitten haben.

Nach der heutigen Grenzüberfahrt von Russland in die Mongolei ändert sich das Terrain enorm. Wie schätzt Du Eure Leistung auf den staubigen Pisten der Mongolei ein?

Al Hajri: In Russland wollten wir sehr gut fahren. Das ist uns gelungen. Nun tritt Plan 2 in Kraft, nämlich Ulaanbaatar auf einem der vorderen Plätze zu erreichen. Letztes Jahr sind wir ja leider nicht ins Ziel gekommen, da hat es unser Auto unbeteiligt erwischt, als Armin Schwarz sich überschlagen hatte. Das kann passieren. Doch in der nächsten Woche wollen wir die langen Etappen durch die Mongolei mit Vollgas in Angriff nehmen. Das Fahrzeug und das Können dazu haben wir, die Motivation auch.

Straßen gibt es in der Mongolei nicht. Der erste Hinweis im Roadbook kurz nach der Grenze lautet „End of Asphalt“. Steppe und Wüste charakterisieren die meist 300 km umfassenden Sonderprüfungen. Was spielt da außer Wille und Wagen eine besondere Rolle, um vorne mitzufahren?

Al Hajri: Die Navigation natürlich. Ohne einen guten Navigator hat man keine Chance. Tim macht seinen Job zu 100%, genau wie ich als Fahrer. Da ist ein gegenseitiges Vertrauen, das wir haben und auf der Strecke umsetzen.

Ihr wirkt miteinander so eingespielt. Wie habt Ihr beide Euch eigentlich getroffen?

Al Hajri: Das ist schon lange Zeit her, etwa 1985 oder 1986, da waren wir richtig jung. Tim ist damals in Ägypten Motorradrennen gefahren, ich bin mit dem Rennauto unterwegs gewesen. Als Tim dann nach Dubai gezogen ist, haben wir uns öfter gesehen. Die Idee, gemeinsam als Team bei einer Off-Road-Rallye zu starten, kam von Porsche Middle East. Uns hat das gefallen, und nach der Transsyberia 2007 und der diesjährigen Rallye planen wir, auch an weiteren Marathon-Rallyes als Team teilzunehmen.

Wie schätzt Du das Auftreten der anderen Teams bei den harten, langen Mongolei-Etappen ein?

Al Hajri: Die Top 5 werden „full speed“ fahren, da bin ich mir sicher.

Jetzt steht erstmals der Ruhetag an. Braucht Ihr den?

Al Hajri: Bei einer zweiwöchigen Rallye benötigt man unbedingt einen Tag Pause. Vor allem für die kleineren Teams und Autos und die jüngeren Fahrer ist der Tag ein Muss. Und auch uns Routiniers tut er ganz gut.



Transsyberia 2008 powered by Sony Ericsson Tag 8 (engl.)




Der RebelRolfReport - Der Blick unter die Motorhaube der Rallye




RebelRolf heißt unser Mann in Russland und der Mongolei. Der einzige Fotograf, der schneller knipst als sein Schatten. Wenn Rolf ausnahmsweise den Zeigerfinger nicht am Auslöser hat, schreibt er brandaktuell und ohne Erbarmen für seinen Blog, den rassigen RebelRolfReport.

Den gesamten Blog gibt es für Ihr Handy. Einfach hier klicken, SMS empfangen und lossurfen. Und dann mit RebelRolf durch die Monoglei reiten.



RebelRolfs Eintrag vom 17. Juli 2008:

"Heute habe ich die letzte Nacht im Hotel verbracht, ab jetzt wird im Zelt oder in der Jurte geschlafen. Die letzte Dusche und das letzte WC für die nächsten 8 Tage liegen hinter uns, das "Charlotte Roche Hygienecamp" kann beginnen. Kurz nach acht Uhr morgens suchen wir noch einen Supermarkt auf, um uns mit energie- und salzhaltigen Snack´s für die Mongolei zu versorgen, weil wir damit rechnen müssen, das Camp nicht jeden Abend erreichen zu können. 900 km liegen vor uns, Ziel ist ein kleiner Fluß in der Nähe von Kosh Agash, dort ist unser Lager für die Nacht."