
Interview mit dem Führenden der Gesamtwertung und früheren Rallye-Europameister Armin Schwarz
Wie haben Sie geschlafen heute Nacht?
Armin Schwarz: Gut. Sehr gut.
Wann haben Sie zuletzt gezeltet?
Armin Schwarz: Ich glaube, das war auf meiner Schulabschlussparty. Das ist schon lange her. Aber das Zelten macht mir nichts aus.
Viele Fahrer sind das Campen, das Leben unter einfachsten Bedingungen nicht gewohnt. Welche Rolle wird diese besondere Belastung in den kommenden Tagen spielen?
Armin Schwarz: Wir gehen hier nicht an die körperlichen Grenzen, für den ich einen Top-Schlaf von acht, neun Stunden brauche. Ich glaube nicht, dass eine derartig hohe sportliche Beanspruchung entsteht.
Russland liegt hinter Ihnen. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?
Armin Schwarz: Was mir gut gefallen hat, waren die ersten beiden Sonderprüfungen. Man konnte sein Auto ausprobieren. Nach meinem Geschmack hätten wir ruhig jeden Tag eine Prüfung fahren können, aber dann wären die Tage in Russland sehr lang geworden. Bis zu 16 Stunden. Zwei Drittel der Leute haben solche Strecken noch nie gefahren, deshalb musste der Veranstalter ein anderes Maß anlegen, damit nicht alle schon müde in der Mongolei ankommen.
Welchen Faktoren werden in den kommenden Tagen entscheidend sein?
Armin Schwarz: Ich denke, dass die Reifenfrage interessant ist. Wir werden versuchen müssen, um platte Reifen herumzukommen. Das ist gar nicht so einfach, selbst wenn man langsam fährt. Die Steine sind alle sehr scharfkantig. Wenn man einen Stein einmal schief anfährt, ist gleich die Flanke kaputt. Es wird entscheidend sein, wer wie oft wechseln muss und wer am Ende noch genügend Reserveräder hat. Das wird ein Faktor sein.
Wie stellt man sich als Fahrer am besten auf diese Situation ein?
Armin Schwarz: Da gibt es kein Patentrezept. Wichtig ist, dass man das Rad immer am Rollen hält. Man bremst niemals mit einer Vollbremsung. Wenn es möglich ist, überfährt man den Stein gerade. Niemals mit der Kante dagegen fahren. Aber auch das lässt sich schwer sagen. Hier wechselt das Terrain häufig. Mal ist es sehr sandig, und dann fährt man über einen Pass und schon geht das Geröll los. Mal muss man schnell fahren, dann wieder sehr defensiv. Diesen Spagat muss man schaffen.
Was ist die besondere Herausforderung in der Mongolei?
Armin Schwarz: Landschaftlich ist eine gewisse Ablenkung geboten. Da schaut man schnell mal in die Berge und nicht auf den Weg und schon ist es passiert. Man muss die Augen auf die Strecke richten, muss sich konzentrieren.
Welche Veränderungen werden Sie heute noch am Wagen vornehmen?
Armin Schwarz: Keine besonderen Veränderungen. Ich werde vor allem prüfen, ob alles fest ist. Werde alles sauber verstauen und festzurren. Im Off-Road muss immer alles fest sein. Wenn man nach einigen Kilometern feststellt, dass die Reservekanister locker sind, muss man aussteigen. Und das kostet Zeit. |